Un giornale per Karlsruhe e il suo anniversario: perché ricordarlo?

Il 1. Marzo scorso le “Badische Neueste Nachrichten” – in genere a tutti forse più note come “BNN” – hanno festeggiato il loro 75. anniversario. Qual’è il significato di questo anniversario, non solo per il giornale, ma per la città, il suo territorio circostante e la stessa comunità italiana? Qual’è il ruolo che la stampa locale e regionale svolge in Germania? Quale immagine dell’Italia e delle relazioni tra Italia e Germania può offrire il giornale? 

La redattrice-capo del giornale, Claudia Bockholt, che da pochi mesi ha assunto questo importante incarico nelle “BNN”, ha gentilmente risposto alle nostre domande con grande chiarezza e capacità di sintesi; anche per questo abbiamo deciso di lasciare nell’originale tedesco il testo dell’intervista.

Foto: BNN

Welche Bedeutung kann nach Ihrer Meinung das 75. Jubiläums der BNN haben?

Wir blicken durchaus mit Stolz auf 75 Jahre “Badische Neueste Nachrichten” zurück. Gleichzeitig blicken wir in die Zukunft – und sehen, dass es für den Journalismus viel zu tun gibt. Nie konnten die Menschen so schnell auf so viele Informationen und Nachrichten zugreifen wie heute – auf wahre wie auf falsche. Deshalb ist der Bedarf an geprüften Informationen, das Bedürfnis nach Einordnung, nach Verlässlichkeit und Seriosität bei den Menschen heute vielleicht größer denn je. Die vielen widersprüchlichen Informationen, die im Verlauf der Corona-Pandemie in Umlauf waren, haben das nachdrücklich gezeigt. Leider hat die Pandemie auch aufgezeigt, dass die Gräben in der Gesellschaft tiefer zu werden drohen. Der Ton wird immer rauer, die Polarisierung nimmt zu. Auch hier sehen wir uns in der Pflicht, durch gut recherchierte Texte einen Beitrag zur Versachlichung der öffentlichen Diskurse und damit hoffentlich auch zur Stabilisierung unserer Demokratie zu leisten.     

Kann ein solches Jubiläum neue Perspektive auch für die Zukunft der Zeitung – z. B. im Bereich der Multimedialität, oder um neue Leser zu erreichen – eröffnen?

Wir arbeiten seit einigen Jahren intensiv daran, uns digital aufzustellen und mit unserem Angebot neue Lesergruppen anzusprechen. Im vergangenen Jahr haben wir unsere neue Webseite gelauncht. In diesem Jahr haben wir unser Digital-Angebot “BNN+” auf den Markt gebracht. Wir arbeiten gleichzeitig ständig an der Verbesserung unseres Printprodukts. Wir stehen im Wettbewerb und unsere Leser erwarten zu Recht viel von uns – zu jeder Zeit und auf allen Kanälen.     

Auch auf Grund Ihrer vorherigen Erfahrungen, hat die örtliche und regionale Presse in Deutschland eine stärkere Funktion als in den übrigen europäischen Länder?

Es gibt wohl kaum ein Land mit einer derartigen Pressevielfalt wie in Deutschland: 345 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 15,74 Millionen Exemplaren. Auch bei den überregionalen Publikationen finden Sie ein großes Spektrum. Politisch reicht es von weit links bis weit rechts. Das pauschale Urteil über die vermeintlichen “Mainstream”-Medien in Deutschland stimmt also keinesfalls. Was uns besonders freut: Regionalzeitungen wie die “Badischen Neuesten Nachrichten” genießen unter allen Medien die höchste Glaubwürdigkeit. Wir schneiden sogar noch ein wenig besser ab als die Öffentlich-Rechtlichen. Die große Pressevielfalt und vor allem die publizistische Unabhängigkeit sind in Deutschland sicherlich noch wichtiger als in anderen Ländern Europas. Da steckt uns die bittere Erfahrung des Nationalsozialismus noch in den Knochen. 


Haben Sie eventuell Anregungen oder Vorschläge, um die deutsch-italienischen Beziehungen – vor allem in Süd-Deutschland – zu verbessern oder zu verstärken? Welche Bereiche können nach Ihrer Meinung als strategisch betrachtet werden?

Die deutsch-italienischen Beziehungen haben ja gerade in Süddeutschland ein starkes Fundament. Hier in Karlsruhe blickt man vielleicht noch öfter nach Frankreich, aber insgesamt sind die beiden Nationen einander doch stark verbunden. Die italienische Kultur hatte und hat in Deutschland ihren großen, treuen Fankreis. Im Bereich der Politik gibt es durchaus Erklärungsbedarf. Wir schauen manchmal etwas ratlos nach Rom und auf die deutlich schneller als bei uns wechselnden Regierungen und Bündnisse. Wenn da ab und an jemand über die Alpen käme und uns – bei einem schönen Glas Lugana oder Barbaresco natürlich 😉 – aus eigener, hautnaher Anschauung erzählte, was in Gesellschaft und Politik gerade vor sich geht, wäre das sicherlich ein großer Gewinn.

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